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Kein Unterricht für den Jahrgang 9 am 23.02.2018
Nach mehreren Nachfragen, hier noch einmal die Bestätigung: Am Freitag, den 23.02. nehmen zahlreiche Lehrer(innen) an einer ganztägigen Tagung zum Thema "Binnendifferenzierung" teil, zu dem u.a. das Hessische Kultusministerium eingeladen hat. Aus diesem Grund hat der Jahrgang 9 an diesem Tag unterrichtsfrei. Wir bitten um Beachtung des Vertretungsplans!
(21.02.2018, 10:57 Uhr)
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Hackedicht - oder was?

Prävention kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus

(Bericht aus der Idsteiner Zeitung vom 21.05.2011
von Beke Heeren-Pradt)

"Ihr könnt alles machen, alles probieren, alles trinken, alles essen, alles erfahren in eurem Leben - aber immer nur die Hälfte." Das ist eine der Botschaften, die der Kabarettist, Komiker und Tänzer Eisi Gulp mit seinem Programm "Hackedicht - oder was?" seinem jungen Publikum an der Integrierten Gesamtschule vermittelt, ein Satz, der ihm in seiner Jugend von einem chinesischen Lehrer ans Herz gelegt worden war.

"Hackedicht - oder was?" ist ein Kabarettprogramm über Alkohol- und Drogenkonsum, das sich an Jugendliche wendet. Alarmierende Fallzahlen von jugendlichen Opfern des Koma-Saufens und ein drastisch gestiegener Alkoholkonsum bei Jugendlichen in den vergangenen Jahren brachten den Deutschen Kinderschutzbund und seinen Partner, den Sozialversicherer "Knappschaft", auf die Idee, mit einem Präventionsprogramm gegen Alkoholmissbrauch auf eine Tour zu gehen, die vor allem in Schulen Station macht. Im Oktober 2010 erfolgte der Startschuss. Seitdem tourt das Team um Eisi Gulp, den man dazu als Künstler verpflichtete, durch Deutschland. Die IGS Wallrabenstein ist eine von 36 Schulen, die besucht werden.

"Warum trinken wir Alkohol, rauchen wir Zigaretten oder Hasch?" Diese Frage zieht sich durch das kurzweilige Programm, das auf seine ganz spezielle Art und Weise und eben nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommt. Eine 1A-Tanzeinlage zum Auftakt lässt den Zuschauer, zumal den jugendlichen, staunen. Jede Menge aberwitzige Bewegungen, perfekt im Rhythmus - mit vordergründigen wie hintersinnigen Anspielungen: Kabarett mit dem Körper. Und das zieht sich durchs gesamte Programm, das andererseits gleichwohl äußerst wortgewaltig von seinem Publikum aus Acht- und Neuntklässlern Besitz ergreift. "Wir wollen Glücksgefühle haben, locker sein, lachen", das sei ein wesentlicher Punkt, weshalb Menschen zu Alkohol oder Drogen griffen, meint der Bayer, der sich als Komiker bestens darauf versteht, sein Publikum zum Lachen zu bringen - garantiert ohne Drogen.

Und das beweist er fast zwei Stunden lang, in denen er die Absurdität des Konsums von Alkohol und anderen Drogen immer wieder darstellt und anprangert, dass die sogenannten "legalen" Drogen Alkohol und Nikotin gesellschaftlich akzeptiert sind, obwohl sie genauso Drogen seien mit gleichen Wirkungen und Beeinträchtigungen wie andere, nicht legale Drogen. Wie kann ein Raucher, der sich über das Nichtraucherschutzgesetz beschwert, von eingeschränkter persönlicher Freiheit sprechen, wenn doch vor allem er in seiner Nikotinsucht abhängig und unfrei ist? Wie kann es sein, dass nur der Konsum von Kokain auf dem Münchner Oktoberfest ("Das weltweit größte Besäufnis.") einen Skandal auslöst?

Gulps Vorstellung ist gespickt mit schauspielerischen Kabinettstückchen, Sprachspiel und einer großen Sprachvarianz. Die unterschiedlichsten Möglichkeiten in der Darstellung von Berauschten - Menschen in der Unzurechnungsfähigkeit - beherrscht der Comedian bis ins Detail. Und er ist nicht zimperlich in seiner Ausdrucksweise. Mit der drastischen Darstellung, wie es einem Körper geht, der sich gegen zu viel Alkohol wehrt - und wo dessen Mageninhalt endet, versucht er, die Absurdität unmäßigen Alkoholkonsums plakativ zu zeigen.

Bei so viel Stimm- und Körpereinsatz Gulps, dazu in regem Austausch mit seinem Publikum, stets spontan reagierend, kommen die anwesenden Lehrer des IGS ins Grübeln, wie sie im Anschluss an die Veranstaltung ihren Unterricht gegen solch professionelle Konkurrenz aufpeppen können.

Großer Aufwand - große Wirkung: Zwei Stunden ungeteilte Aufmerksamkeit für ein auch in Wallrabenstein brisantes Thema waren garantiert.

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Ansprechpartner: Herr Martin
Stand: [AKTUZEIT]